Eingenommene Lizenzgebühren, die sogenannten Royalties, müssen an die Urheber, Aufführenden oder (im Falle der GEMA) an die Rechteinhaber wie Filmproduzenten oder Erben verteilt werden. So viel steht fest. Aber wie? Als unbedarfter Laie oder Konsument liegt die Folgerung nahe: Radiosender, TV, Veranstalter, Clubs – alle senden sie lange Listen an die Verwertungsgesellschaft, die diese auswertet und den Künstlern und Rechteinhabern ihre Tantiemen auszahlt. Dies ist nicht so. Gerade die Großkunden der GEMA werden über Pauschaltarife abgewickelt. Somit dürfte der überwiegende Teil der eingenommenen Gelder aus Pauschalverträgen stammen. Die Verteilung basiert auf einem komplexen Regelwerk, dem Verteilschlüssel. Dieser bestimmt nach einem statistischen Verfahren, wer welche Summen erhält. Hartnäckig hält sich die Behauptung, dass der Verteilungsschlüssel zu Ungunsten selten gespielter Musiker arbeitet, frei nach dem Motto “das Geld der Kleinen bekommt Dieter Bohlen”. Wenn erst kürzlich bei einer Konferenz öffentlich zwei renommierte deutsche Künstler (beide GEMA-Mitglieder) mit insgesamt 50 Jahren Business-Erfahrung eben dieses Lied unisono anstimmen, wird man hellhörig. Andererseits bieten Dienste wie DJ Monitor und kollector.com ein automatisiertes Tracking an – können diese für Künstler besser berechnete und höhere Tantiemen bieten? Würden sie nicht gar der GEMA hohe Verwaltungskosten ersparen? Warum nutzt die GEMA nicht solche Angebote?
Wie ist die Situation von Clubs, die mit eigenen Labels ebenfalls auf Einnahmen oder zumindest auf Rückläufe aus den von ihnen an die GEMA gezahlten Geldern hoffen? Wie fließen die Gelder?

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Freitag 04.11.2011 | Kater Holzig Galerie | 19:00 – 20:30
Warum bekommt Dieter Bohlen mein Geld?
//Diskussion [deutsch]//

Moderation:
Dimitri Hegemann | Tresor
**Rene Wetzel | kollector.com
**Berry Plasman | DJ Monitor
**Manuela Narti Wiechers | Simfy
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Narti Wiechers hat bei simfy den Bereich Business Intelligence und Reporting mit aufgebaut. Sie kümmert sich sowohl um die Abrechnungen gegenüber den Labels als auch um die Meldungen an die Verwertungsgesellschaften und verantwortet Konzeption, Ausbau und Administration der DwH-Infrastruktur mit.  Täglich jongliert sie mit Millionen von Datensätzen, um gemeinsam mit ihren Kollegen alle Beteiligten mit Zahlen rund um die simfy-Plattform zu versorgen. Zudem analysiert Narti die Metadaten der Contentpartner, damit die simfy-Nutzer alle wichtigen Infos zum Künstler und seinen Releases finden.

 

 

Der Musiker Dimitri Hegemann beschäftigt sich seit Mitte der 1980er-Jahre mit elektronischen Ausdrucksformen in Bild und Ton (Organisator der Atonal Festivals) und ist einer der wichtigen Wegbegleiter des Technos von der Wendezeit bis heute. Hervorgetan hat er sich vor allem durch seinen Club Tresor, der – bis 2005 – mit dem Sound aus Detroit 14 Jahre in der Leipziger Straße gastierte. Seit 2007 ist der neue Tresor nun in Kreuzberg, dort kämpft der Raumforscher Dimitri Hegemann unermüdlich gegen Auflagen für das Großprojekt seiner Kunsthalle. Hegemann meint, eine Stadt wie Berlin sollte sich einen großen Experimentierraum für große Projekte leisten.

Berry Plasman (better known as Beee to most), is an entrepeneur and has done several different things in music. He started one of the first dance websites in Holland in 2000, called www.dance-magazine.com, for which he did most of the digital photography (which was rare in those days). Around the same time he started Rub.ber Travel, a company which offers party trips to events in Germany like Time Warp, SonneMondSterne, Melt! Festival, Nature One and others. Now 10 years in, he’s still very active in bringing Dutch people to German events. His first contact with streaming audio came in 2003 when he was working for Club Chemistry, being in charge of recording the events and putting them online. Meanwhile Dance-Guide merged with LiveSets.com where he got more and more into live streaming. After that he went to work for the Amsterdam club Studio 80 where he helped setup the streaming part for the club/radio studio and hosted his own online radio show with Lauhaus, Boris Werner, Melon and Aron Friedman. For the past years he has been a (free lance) consultant for FCA Music, which organizes Free Your Mind Festival and Rockit Open Air, but most of his time he spends working for DJ Monitor, an audio recognition company. He’s working as an ambassador trying to gather content for its recognition database and getting support from rights owner and rights users for a more transparent way to renumerate producers/authors.

 

Rene Wetzel ist in Deutschland Repräsentant und Business Developer für Kollector.Kollector.com bietet die erste offene Online-Anwendung, mit der Musiker, Produzenten,Labels und die Musikbranche die Sendeeinsätze ihrer Songs im Radio weltweit und inEchtzeit tracken können. Das Tracking-Tool ist online allen Beteiligten der Musikbranchezugänglich.Seit Ende der Neunziger ist Rene Wetzel als Musiker und Musikproduzent aktiv.Seit 2001 ist er professionell in der Online-Branche an der Schnittstelle von digitalenStrategien, Online Promotion und Technik tätig.Seit 3 Jahren betreibt Rene Wetzel eine eigene Agentur zur Entwicklung von digitalenVermarktungs- und Internationalisierungsstrategien.Statement:“Die Welt der Künstlervermarktung hat sich durch digitale Techniken verändert.all2gethernow ist eine spannende Plattform, um die vielfältigen Möglichkeiten Künstlerndirekt zugänglich zu machen und Anwendungspraktiken für die Musikbranche zudiskutieren.“