Reicher und trotzdem sexy?
Musik, Clubkultur und Gentrifizierung – Berliner Clubmacher treffen im Rahmen des a2n_salon auf die neu gewählten politischen Player.
Was während des a2n_camp von 3.-5.11.2011 im Kater Holzig heiß diskutiert wurde, findet nun am 19. Januar 2012 ab 19 Uhr in der Berliner Homebase am Potsdamer Platz seine thematische Fortsetzung. Der Redebedarf seitens der Clubmacher ist nach wie vor groß. Auf der Agenda stehen die Verdrängung von Clubs durch raumplanerische Entscheidungen zugunsten solventerer Raumnutzer, steigende Mietpreise in der Stadt, sowie Lärmbeschwerden, bedingt durch sich verändernde Kiezstrukturen. Über die Besteuerung von Eintrittsgeldern wird weiterhin kontrovers diskutiert – 7% für Konzerte und Kunst oder 19% für kommerzielle Aktivitäten. Darunter liegt die Frage, ob Clubs dem Kulturbetrieb der Stadt zuzuordnen sind, oder nicht.
Unstrittig ist, als „weicher“ Standortfaktor ist die Musik- und Clubkultur Berlins von großer Bedeutung für die Attraktivität der Stadt, sowohl hinsichtlich der Tourismus-Industrie, aber auch als Kriterium für den Zuzug qualifizierter „Professionals“. Zudem ist die Clubkultur ein Ausdruck und Bestandteil der Lebenskultur vieler Berlinerinnen und Berliner.
Nach Klärung der neuen Verhältnisse in der Senatsverwaltung ist jetzt die Politik am Zug. Wie ist der Kurs der neuen Regierung? Welche politischen Rahmenbedingungen werden von den neuen Playern gesetzt und welche strukturpolitischen Instrumente sollen dafür zur Anwendung kommen?
Ziel des 2009 gegründeten all2gethernow e.V. war es von Anfang an die unterschiedlichsten Akteure über Genre- und Hierarchiegrenzen hinweg auf einer unabhängigen Plattform zusammenzubringen und gemeinsam über Lösungen für eine zeitgemäße Musikwirtschaft nachzudenken. Nun ist es an der Zeit, auch die neugewählten politischen Entscheidungsträger in die laufende Diskussion zu integrieren. Björn Böhning (SPD), der neue Chef der Berliner Senatskanzlei, hat seine Teilnahme zum a2n_salon bereits zugesagt. Weitere Vertreter der im neuen Berliner Senat agierenden Parteien sind bereits eingeladen ebenso wie mehrere maßgebliche Clubbetreiber der Stadt.
Zugesagt haben neben Björn Böhning, SPD, von Seiten der Politik bisher Katrin Schmidberger, Sprecherin für Clubkultur, sowie Ramona Pop von Bündnis 90/Die Grünen, Christopher Lauer und Stefan Urbach von den Piraten, Klaus Lederer von der Linken, sowie Dr. Richard Meng, Sprecher des Berliner Senats. Die Clubcommission wird vertreten sein, sowie das Medienboard.
Als Moderator fungiert Jens Balzer von der Berliner Zeitung.
Anmeldungen unter:
salon@all2gethernow.de
#a2n_salon
Donnerstag, 19. Januar, 19 Uhr
Homebase Berlin
Köthener Str. 44
U/S Potsdamer Platz
Foto: Demo vor dem Schokoladen in Berlin Mitte gegen Lärmbeschwerden, die die Konzertaktivitäten der Veranstalter bis um 22 Uhr täglich beschränken




8 comments
Podiumsdikusion “Clubkultur und Politik” | Katrin Schmidberger says:
Jan 13, 2012
[...] Am Donnerstag, den 19 Januar nehme ich an der Podiumsdiskusion mit dem langen Titel: “Reicher und trotzdem sexy? Musik, Clubkultur und Gentrifizierung – Berliner Clubmacher treffen im Rahmen des a2n_salon auf die neu gewählten politischen Player” teil. Die Veranstalltung beginnt um 19 Uhr in der Homebase am Potsdammer Platz. Weitere Infos findet ihr hier: all2gethernow.de [...]
Tanithblog » Thema der Woche 169: Schliessung ICON und die Auswirkung auf die Berliner DnB Szene says:
Jan 18, 2012
[...] Leider clashen da die Termine, denn gleichzeitig findet am Köthener Platz der a2n Salon mit hochkarätiger Besatzung statt, Thema: Reicher und trotzdem sexy? ?Musik, Clubkultur und Gentrifizierung – Berliner Clubmacher treffen im… [...]
julia seeliger says:
Jan 20, 2012
Gibt’s ne Aufzeichnung?
harald schottenloher says:
Jan 18, 2012
und der Neujahrsempfanch für die Berliner Ganesszene im Computerspielemuseum …
19 Jan 12 // #a2n_salon: Reicher und trotzdem sexy? // Berlin « disurban says:
Jan 19, 2012
[...] >> mehr Informationen HIER [...]
DJ Tüddel says:
Jan 19, 2012
Hmmm. Klingt so, als ob die armen Club-Betreiber/innen die einzigen Betroffenen der Aufwertung wären. War da nicht noch was? Ach ja: Leute, die ihr Dach überm Kopf nicht mehr bezahlen können, stimmt ja. Aber die sind eben nicht Standort-relevant…
Andrea Goetzke says:
Jan 19, 2012
@DJ Tüddel – nein, so ist das nicht gemeint. steigende mieten und verdrängung insgesamt sind auch ein problem. aber in unserer diskussion geht es eben um die clubs; wir sind ja auch ein verein für musikkultur und musikwirtschaft. die anderen debatten sind ebenso relevant.
Andrea Goetzke says:
Jan 20, 2012
@julia seeliger – es gibt ganz bald einen ausführlichen bericht hier. es gibt einen audiomitschnitt, den wollten wir in der länge (1,5 std) eigentlich nicht posten, weil er bestimmt recht anstrengend zu hören ist.